Tagesausflug nach Kamp-Lintfort
Am 30. Dezember führte mich ein Tagesausflug nicht allzu weit weg von meiner Heimatstadt Oelde - nach Kamp Lintfort. Der Grund für diesen Ausflug war recht einfach: Ich wollte mir nicht nur die Stadt ansehen, nein ich wollte unseren ehemaligen Pfarrer Karl Josef Rieger, der sieben Jahre von 2003 bis 2010 an meiner Heimatpfarre St. Johannes Oelde als Pfarrer tätig war und nun seit dem 12. September 2010 Pfarrer der Grossgemeinde St. Josef in Kamp-Lintfort ist, besuchen.
Die 38.724 Einwohner zählende Stadt befindet sich am unteren Niederrhein im Bundesland Nordhein-Westfalen. Die Stadt gehört zum Kreis Wesel. Das Stadtgebiet wird größtenteils durch den Stadtteil Kamp gebildet. Die Zechenkolonie Zeche Friedrich Heinrich prägt im Wesentlichen den Stadtteil Lintfort. Die "weißen Riesen" formten einst das Stadtbild von Lintfort. Und diese "weißen Riesen" bestanden aus vier Türmen. Zwei davon wurde im Jahre 2009 und die beiden restlichen am 18. Dezember 2010 gesprengt, um Platz für ein Einkaufszentrum zu schaffen. Das Bild der Innenstadt Kamp Lintforts wird weiterhin von Gebäuden bestimmt, die in den Jahren von 1975 bis 1985 errichtet worden sind. Das historische Zentrum der Stadt bildet der Stadtteil Kamp. In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden zusätzliche Besiedlungbauten vorgenommen. Später wurden diese Siedlungen durch Eigenbauten ergänzt. Heutzutage liedert sich die Stadt in elf Staddtteile, wobei hier der Stadtteil Hoerstgen besonders hervorzuheben ist. Er ist der westlichste Stadtteil Kamp-Lintforts und typisches Strassendorf mit eine evangelischen Kirche im Mittelpunkt. Und diese Kirche ist Dank ihrer gut erhaltenen Thomas-Weidtmann-Orgel aus dem Jahre 1731 recht bekannt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort Kamp-Lintfort im Jahre 856.
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Doch die ersten Besiedlungen dieser Stadt stammen aus dem Jahre 3000 vor Christus.Am 31. Januar 1123 wird in der Nähe von Kamp-Lintfort das erste Zisterzienserkloster gegründet. Es war dies das Kloster Kamp in unmittelbarer Nähe zu Kamp-Lintfort. Ausgehend vom Kloster Kamp wurden in der Folgezeit bis zu 100 weitere Niederlassungen gegründet. Der Gründung des Klosters Kamp folgte im Jahre 1127 die Gründung des Klosters Erbach in Bayern. Kurz darauf folgte dann schließlich die Gründung des Klosters Walkenried. |
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das berühmte Kloster Kamp im Winter |
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Nach dem Truchsessischen Krieg, der von 1583 bis 1588 dauerte, verließ der letzte Abt die Region um Kamp-Lintfort. Doch erst im Jahre 1640 kamen die ersten Zisterzienser zurück und bauten das Kloster Kamp wieder auf. Sie bauten es auf eine Anhöhe, denn schon zum damaligen Zeitpunkt fürchteten sie wohl schon das Hochwasser des Rheins. Das Kloster Kamp wurde auch in den Folgejahren immer weiter ausgebaut. In den Jahren von 1695 bis 1705 wurden dann die barocken Gebäude der Klosterkirche und das Krankenhaus errichtet. 1520 begannn die Spanier mit dem Bau des Kanals Fossa Eugenia. Doch der Kanal wurde niemals fertiggestellt und ist in Teilen sogar noch erhalten. Er sollte die Maas mit dem Rhein verbinden. 1802 wurden dann die Mönche aus Kamp-Lintfort wieder vertrieben und die Gebäude mit Ausnahme der Klosterkirche und des Krankenhauses wurden wieder abgebrochen.
Ein großer Teil des Niederrheins fiel nach dem Wiener Kongress im Jahre 1815 zurück an Preußen. Die Bürgermeistereien Camp und Vierquartieren fielen an den Kreis Moers. Am 01 Mai 1907 wird mit dem Bau der Zeche Friedrich Heinrich begonnen. Nach einer Bauzeit von fünf Jahren geht diese Zeche am 01. Juli 1912 dann in Betrieb. Hier trafen sich im übrigen nach der Beendigung des Zweiten Weltkrieges der britische Premierminister Winston Churchill der spätere Präsident der USA Dwight D. Eisenhower und Bernard Montgomery. Im Jahre 1950 bekam die Stadt dann die Stadtrechte verliehen. Die Stadt gehörte bis zur Kreisreform im Jahre 1975 zum Kreis Moers. Seither gehört Kamp-Lintfort zum Kreis Wesel. Eine vorgesehene Eingemeindung nach Duisburg konnte erfolgreich verhindert werden. Doch einige Jahre zuvor in den Jahren von 1928 bis 1930 wird in Kamp Lintfort die evangelische Christuskirche errichtet. Die Gemeinde hatte in denJahren zuvor in der Zechensiedlung eine Art Notkirche unterhalten.
Im Jahre 2007 feierte die Firma siemens ihr 40jähriges Bestehen in Kamp-Lintfort. Kurz darauf wurde das Fabrikgelände an den taiwanesischen Handyhersteller Beq verkauft, der das Werk von Siemens in Kamp-lintfort schloss. Diese Schließung bedeutete das Aus für 3000 Arbeitsplätzen.
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Mit der katholischen Josefskirche wird in den Jahren 1931 bis 1934 ein prächtiger Kirchenbau in der Stadtmitte von Kamp-Lintfort errichtet. Im Jahre 2002 plante der damalige bischof von Münster, Reinhard Lettmann ein kulturelles und geistiges Zentrum auf dem Kamper Berg. Zum damaligen Zeitpunkt lösten die Karmeliter ihr Konvent in Kamp-Lintfort auf und es sollte deren Planungen zufolge sollte lediglich nur ein Priester dieses Konvents in Kamp-Lintfort verbleiben. Am 28 November des Jahres 2004 fusionierten alle bis daher fünf katholischen Kirchengemeinden zur Grossgemeinde St. Josef. |
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die Josefskirche in der Stadtmitte von Kamp-Lintfort |
Geplant war die Anreise nach Kamp-Lintfort mit dem Zug und Bus nach folgendem Plan:
| Ort | Ankunft | Abfahrt | Zug- bzw Busnummer |
| Oelde | 09.21 Uhr | RE10612 | |
| Duisburg Hauptbahnhof | 10.44 Uhr | 11.20 Uhr | Bus SB30 |
| Kamp-Lintfort, Neues Rathaus | 12.09 Uhr |
Doch der RE10612 hatte bei seiner Abfahrt in Oelde bereits 20 Minuten Verspätung. Zudem waren zwei Dopppelstockwagen defekt. Also musse ich stehen. Ich habe mir dann auf den Weg nach Hamm(Westf.) schon überlegt, in Hamm (Westf) umzusteigen. Doch diese Überlegung hat sich dann erübrigt, da der Zug dann aufgrund des Defekts an den beiden Waggons nur bis Hmm(Westf) gefahren ist. Von Hamm(Westf.) bin ich dann weiter mit dem RE 10120 weiter bis nach Duisburg Hauptbahnhof gefahren, wo auch dieser Zug mit sieben Minuten Verspätung eingetroffen ist. Den Schnellbus, mit dem ich direkt nach Kamp-Lintfort hätte fahren können, hat natürlich nicht gewartet. Um aber nicht auf den nächsten Bus warten zu müssen, habe ich mich dazu entschieden mit der Bahn nach Moers zu fahren. Da diese Linie, die bis nach Xanten am Niederrhein ging, habe ich einen Triebwagenzug der Nordwestbahn erwartet. Es kam aber stattdessen ein Triebwagenzug der Deutschen Bahn. Dies fuhr mich dann im Auftrag der Nordwestbahn nach Moers. Dort bin ich dann pünktlich um 12.07 Uhr angekommen. um 12.34 Uhr bin ich dann mit einem Bus der Linie 32 (Richtung Geldern) nach Kamp-Lintfort gefahren. Dort bin ich dann um 13.03 Uhr an der zentralen Bushaltestelle Neues Rathaus ausgestiegen. Bei dieser Haltestelle handelt es sich um die zentrale Haltestelle Kamp-Lintforts. Diese Haltestelle wird von mehreren Buslinien bedient. Hier bin ich dann um 13.03 Uhr - also mit fast einer Stunde Verspätung - angekommen.
In Kamp-Lintfort wurde ich schon sehnsüchtig von unserem ehemaligen Pfarrer Karl-Josef Rieger erwartet. Gleich nach meiner Ankunft ging es zum St. Bernhard Hospital in Kamp-Lintfort zum Mittagessen. Das Sankt Bernhard Hospital ist eine Einrichtung, die zur St. Franziskus-Stiftung Münster gehört. Zu dieser Stiftung gehört unteranderem auch das St. Franziskus-Hospital im heimischen Ahlen (Westf.). Das St. Bernhard-Hospital hat sich dabei auf die Orthopädie spezialisiert. Hier wurde in der dortigen Kantine das Mittagessen eingenommen: Bratwurst mit Pommes Frites. Etwas anderes gab es leider aufgrund meiner verspäteten Ankunft nicht mehr. Danach wurde dann die Krankenhauskapelle, in der in der Woche fünfmal in der woche ein Gottesdienst gefeiert wird angesehen.
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Die Kirche stammt aus dem Jahre 1430 und war einst Teil der Burg Eyell. In unmittelbarer Nähe zur Kirche befindet sich ein sehenswerter Friedhof, auf dem sich die Gräber der Familienangehörigen Bei Renovierungsarbeiten wurden wertvolle alte Deckengemälde unteranderem des niederländischen Kirchenmalers Friedrich Stummel entdeckt. Auch die Buntgläser, die den Innenraum der Kirche zieren, wurden von diesem Maler künstlerisch gestaltet. |
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Hier haben wir uns einige Minuten aufgehalten, bevor es weiter zum Kloster Kamp ging. Bei der Ankunft entdeckte ich ein Auto mit Warendorfer Kennzeichen. Es war der Wagen von Pfarrer Thomas Schulz, der von der Pfarrei St. Franziskus in Beckum-Neubeckum nur wenige Wochen zuvor nach Kamp-Lintfort in die Großgemeinde St. Josef gewechselt war. Ich sollte Thomas Schulz dann wenig später noch während eines Gesprächs kennenlernen. Auf Kloster Kamp haben wir uns unteranderem den Rokokoko Saal angesehen. Hier finden auch noch heutzutage zahlreiche Veranstaltungen statt. Dazu gehören auch die legendären Kamper Konzerte. Desweiteren finden hier Kammerkonzerte, Lesungen, Abende für Genießer und das große Kammermusikfest statt. Nach Besichtigigung des Saales wurde in der Klosterbäckerei Kaffee getrunken, bevor der "hauseigentümer" dann mir den Außenbereich des Klosters gezeigt hat. Zu sehen bekommen habe ich auch die berühmten Terassengärten. Das Kloster Kamp Lintfort war hierbei Vorbild für das Schloss Sancussi in Potsdam. Wer Interesse hat wie es momentan in den Terassengärten des Klosters Kamp aussieht, der klicke doch bite auf folgenden Link:
http://www.kloster-kamp-lintfort.de/
Danach wurde noch zwei weitere Kirchen besucht: Nämlich die Barbara- und Marienkirche. Während die Marienkirche aus dem Jahre 1927 stammt, geht die Entstehung der Barbaragemeinde in das Jahr 1950 zurück. Auh der eigentlich Pfarrkirche der Josefskirche wurde dann noch ein Besuch abgestattet. Hier fand sogar noch ein koreanischer Gottesdienst statt. Anlass dieser Messfeier war das Fest Silvester, welches ein Tag vor unserem Silvester am 30. Dezember eines jeden Jahres begangen wird. Und die koreanische Messe war ehrlich gesagt gut besucht. Danach habe ich mir noch die Wohnung unseres ehemaligen Pfarrers angesehen bevor er mich zum Bahnhof von Moers gebracht hat. Die Rückfahrt mit dem Zug nach Oelde fand dann nach folgendem Plan statt:
| Ort | Ankunft | Abfahrt | Zugnummer |
| Moers | 19.28 Uhr | NWB75117 | |
| Duisburg Hauptbahnhof | 19.45 Uhr | 20.15 Uhr | RE10633 |
| Oelde | 21.36 Uhr |
Ausserplanmäßig wurde der RE10633 wohl eingesetzt. Denn er kam um kurz nach 20.00 Uhr aus Richtung Minden im Duisburger Hauptbahnhof abweichend nach Gleis 8 an. Ein Mann, der aus dem Zug ausstieg, wies mich daraufhin, in diesen Zug nicht einzusteigen. Aber ich habe mir nur gecdacht, wenn du wüsstest, dass dieser Zug zurückfährt. Ich bin letztendlich dann doch eingestiegen. Und siehe da: Der Zug setzte sich auch kurz darauf schon in Bewegung. Aufgrund eines verspätet vorausfahrenden RE10029 (aus Mönchengladbach nach Hamm(WEstf.)) hat unser Zug dann eine Verspätung von etwa acht Minuten eingefahren. Mit meiner Ankunft in Oelde war für mich wieder einmal eine schöne Auslfugsfahrt zu Ende gegangen. Und ich schätze mal, dass dieser Ausflug nicht der letzte Ausflug nach Kamp Lintfort war.